Neues Stück „Goethe trifft Moderne“ feiert bei Schultheaterwoche Premiere
Nach eigenen Inszenierungen basierend auf „Faust“ und dem Erlkönig hatte sich unsere Schultheatergruppe „Die Fäustling“ dieses Jahr etwas anderes vorgenommen: Eine eigene Komödie schreiben – und Johann Wolfgang von Goethe ist natürlich mittendrin!
Der Namensgeber unserer Schule ist eher bekannt für seine Dramen und Balladen, etwas weniger für seinen Humor. Die Schultheatergruppe unter Leitung von Örni (Michael Ö. Arnold) hatte aber nach zwei Jahren, in denen erfolgreich eher dramatische Stücke aufgeführt worden waren, Lust auf etwas Heiteres.
Und so hatten Moritz und Lilly aus Klasse 11 während ihres Sportunterrichts bei Herr Nötzold eine Idee: Goethe könnte doch durch einen Unfall in unsere moderne Zeit versetzt werden und ein lustiges Abenteuer erleben! (Die beiden Oberstufenschüler sind übrigens der Meinung, dass der Sportunterricht die Planung des Stückes eher nicht gefördert hat – zwischendurch Fitness scheint eher abzulenken, und so entstand die restliche Planung dann doch in der GTA-Zeit nach dem Unterricht.)
Goethe heute – und eine verschwundene Oma
Wie bringt eine Schultheatergruppe jetzt aber Goethe dazu, lustig zu sein und in unsere Zeit zu reisen? Richtig, er muss ein wissenschaftliches Experiment durchführen – klassisch Goethes Forschungsdrang – und durch ein Missgeschick transportiert er sich dann ins Weimar der heutigen Zeit.
Goethe landet also in seinem Haus, aber da befindet sich 2026 eine Privatdetektei und die Inhaberin, Frau … braucht die Hilfe des Dichters: In einem Hotel verschwindet immer wieder Essen, und außerdem wird eine Seniorin aus der Nachbarschaft vermisst. Wie sich herausstellt, hängt alles miteinander zusammen, selbst das Finanzamt mischt mit und natürlich Opa Bernhardt, dessen Apfelkuchen legendär ist.
Johann Wolfgang von Goethe hat zwar gute Ideen für die Lösung des Falls, aber leider auch einen berufsbedingten Sprachfehler: Er spricht nur in Reimen! Für die anderen Figuren des Stückes wirkt das manchmal regelrecht verwirrt, aber das geschulte Publikum erkennt problemlos viele berühmte Zitate und kann sich über die Sprechweise sehr amüsieren. Bei der ausverkauften Vorstellung im Spinnbau am 22. April wurde demzufolge sehr gute Unterhaltung geboten.
Alle, die diese Premiere verpasst haben, können sich das Stück übrigens nachmittags am 2. Juli im Rahmen des Sommerfestes an der Schule anschauen!
Nachgespräch – Schauspielerinnen und Schauspieler untereinander
Wie immer bei der Schultheaterwoche wurde zum Stück auch ein Nachgespräch angeboten. Unsere diesjährige Partnergruppe war die Theater-AG der Josephinenschule, welche unter anderem von Mariella Richter geleitet wird, die letztes Jahr bei uns ihr Abitur abgelegt hat, auch dieses Jahr bei „Goethe trifft Moderne“ eine Rolle übernommen hat, und derzeit ein freiwilliges pädagogisches Jahr macht.
Beim Nachgespräch merkten die Zuhörer den jüngeren Oberschulschülern an, dass sie von der Schauspielleistung der Goethianer aus Klasse 7 bis 11 sehr beeindruckt waren. Trotz des oft lustigen Textes hatte niemand im Stück loslachen müssen, sondern alle hatten ihre Rollen professionell gespielt. Auch Kostüm und Makeup wurden gelobt, wobei kurz diskutiert werden musste, wer denn jetzt mit seinen echten Haaren auf der Bühne stand und wer eine Perücke getragen hatte. Ein Dank geht hier an Frau Arnold für die Unterstützung bei der Maske! Bei den Requisiten hat außerdem noch Frau Graf mit ihrer Klasse 6/3 geholfen, welche praktische Holzschilder erstellt haben, die es für die Zuschauer leicht machten, die unterschiedlichen Handlungsorte des Stückes zu unterscheiden.
Frau Dr. Vieth als Theaterpädagogin lobte vor allem die kreative Idee, wie „Die Fäustlinge“, deren Markenzeichen nun einmal der Bezug zu Goethe ist, dieses Jahr einen neuen Weg gefunden haben, wie sie den Dichter, nach dem das Gymnasium benannt ist, in das Werk eingebaut haben. Da die Gruppe ihre Stücke selbst entwickelt und auch die Texte gemeinsam geschrieben werden, gibt es hier ein klares Alleinstellungsmerkmal.
Für unsere Schule ist es immer eine Bereicherung, mit Frau Dr. Vieth und den Theatern Chemnitz zusammenzuarbeiten, sei es beim Orchesterprojekt oder demnächst beim Tanzprojekt „Sommernachtstraum“. Über die bereits dritte Einladung zur Schultheaterwoche haben wir uns daher sehr gefreut.
Vielen Dank an die Fäustlinge für den unterhaltsamen Abend und wir freuen uns auf die nächste Aufführung spätestens im Juli!
























