Bericht zu den letzten Tagen des Gegenbesuchs der GAPP-Schüler (22.-24.06.2026)
von Erik Hirschfeld, Klasse 11/3
Nach rund zwei Wochen gemeinsamer verbrachter Zeit mussten sich die amerikanischen Gastschüler des GAPP-Programms leider von ihren deutschen Gastgebern verabschieden, da die meisten deutschen Schüler auf Studienfahrt gingen. Die letzten drei Tage in Chemnitz durften die Amerikaner dennoch einige Veranstaltungen mit Mister Gingrich, dem GAPP-Koordinator auf amerikanischer Seite, und Frau Günther auf der deutschen Seite besuchen und ein paar abschließende Eindrücke sammeln.

Montag, 22.06.2026 - Unterricht mit Frau Wrubel
Am ersten Tag begaben sich die amerikanischen Schüler ein letztes Mal in das Schulgebäude, um ein paar Unterrichtsstunden von Fr. Wrubel, der Gründerin des GAPP-Programms am Goethe-Gymnasium selbst, zu erhalten. Thema des Unterrichts war unter anderem Toleranz und Diskriminierung, welche mithilfe einer teils von ihr mit-entwickelten Präsentation „The Psychology of Exclusion“ („Die Psychologie der Ausgrenzung”) veranschaulicht wurde. Durch diese lernten die amerikanischen Schüler über deutsche Stereotypen aus amerikanischer Perspektive und umgekehrt, sowohl Vorurteile als auch die verschiedenen Arten von „-Ismen” wie Rassismus, und auch wie man gegen diese persönlich vorgehen kann.
Abschließend schenkte sie den Amerikanern noch einen kleinen Einblick in ihre eigene DDR-Vergangenheit mit einer Stasi-Akte ihres Schwagers, was für die Amerikaner durchaus überraschend wirkte. Danach durften sie noch mit Fr. Günthers 6. Klasse ein paar Runden Völkerball mitspielen, was nach Aussage der Amerikaner an ihr heimisches “dodgeball” erinnerte.
Dienstag, 23.06.2026 - Besuch der TU Chemnitz
Der nächste Tag bot den amerikanischen Gastschülern eine sowohl praktische als auch digitale Erfahrung an der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Chemnitz mit einer Demonstration deren VR (Virtual Reality) und AR (Augmented oder „Erweiterte” Reality) Technologien an. Die Amerikaner durften VR-Brillen aufsetzen und mit ihnen diverse digitale Sehenswürdigkeiten besuchen oder einfach ein simuliertes Keyboard spielen, wenn sie sich doch für die AR-Brille entschieden. Alternativ konnten die Schüler auch die Außenseite der ISS im Weltraum umfliegen oder einen Spaziergang durch eine digitale Rekonstruktion von Chemnitz nehmen, und zwar ohne jegliche Brillen, sondern mit einem Controller und 3D-Brille in einem Raum, an dessen Wände einfach ein interaktives Programm projiziert wurde.
Auch wenn einige Amerikaner an kommerzielle VR-Brillen gewöhnt waren, sorgten die Demonstrationen der Universität für Erstaunen, aber auch Schwindelgefühle für die, die eher weniger an die digitale Dimension gewohnt waren. Trotz der genannten Angebote waren die Amerikaner unerklärbar von dem AR-Sandkasten, der die Höhenunterschiede des Reliefs farbig projiziert, am meisten fasziniert.
Mittwoch, 24.06.2026 - Besuch des Workshops im Haus der Kulturen (HDK)
Am letzten Tag besuchten die Amerikaner das Haus der Kulturen, unterstützt vom Verein AGIUA, und durften einmal sowohl kulturell als auch kulinarisch werden. Zuerst bekamen die Amerikaner eine kurze Vorstellung des Vereins und des HDK als zentrale Begegnungsstätte für interkulturelle Kommunikation für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Daran anschließend folgten mehrere Spiele, die einerseits eine multiperspektivische Sicht auf andere Mitmenschen fördern, andererseits aber auch einfach Spaß bereiten sollten.
Zum Beispiel sollten sich die Amerikaner angesichts einer Zitrone Wörter überlegen, die ihnen als Erstes einfallen, um zu zeigen, dass ein Objekt wie ein Mensch diverse Eigenschaften besitzen kann. Ein weiteres Spiel war eine Art Quiz über Chemnitz, Migration aber auch North Dakota (den Staat in der USA, aus dem die Gastschüler stammen), in dem das “Tuff Team” entscheidend gegen das “Team Rotten Banana” gewann, was für etwas gesunde Konkurrenz zwischen den Amerikanern sorgte. Dennoch versöhnten sich beide Seiten zum Abschluss beim Vorbereiten eines „traditionell deutschen” Mittagessens bestehend aus Kartoffelsuppe mit Bockwurst, Gurkensalat und Frucht-Mix, was die amerikanischen Gastschüler nach Blut, Schweiß und Tränen satt und zufrieden an ihrem letzten Tag vor der Abreise nach Dresden und später auch nach Hause in die USA zurückließ.













