Schachaustausch - mittlerweile Tradition
Vom 8. bis 13. Juni 2026 fand in Chlebowo (Polen) ein weiterer Schachaustausch statt. Wir Schüler der Klassen 5 bis 8 waren bereits zum zweiten Mal zu Gast an unserer polnischen Partnerschule. Es war inzwischen das vierte Treffen im Rahmen des deutsch-polnischen Schachaustauschprojekts. Nachdem der Austausch im vergangenen Jahr in Chemnitz stattgefunden hatte, ging es für uns diesmal wieder nach Polen.
Organisiert wurde das Treffen auf polnischer Seite von Herrn Mietec, dem polnischen Schulleiter, sowie auf deutscher Seite von Herrn Bohne und Frau Graf. Bereits im Vorfeld hatten alle Schüler jeweils fünf Sätze über sich gelernt – die deutschen Teilnehmenden auf Polnisch, die polnischen auf Deutsch –, um sich zu Beginn gegenseitig vorstellen zu können.
Unsere Reise begann um 9:15 Uhr am Chemnitzer Hauptbahnhof. Gegen 9:30 Uhr fuhren wir mit dem Zug nach Leipzig. Nach mehreren Umstiegen und einigen Verspätungen kamen wir schließlich gegen 14:30 Uhr in Coschen an der Neiße, nahe der polnischen Grenze, an.
Dort wurden wir von den Eltern der polnischen Schüler abgeholt und zur Jugendherberge gebracht, wo bereits alle auf uns warteten. Nach einem etwas verspäteten Mittagessen folgten eine Kennenlernrunde mit unseren vorbereiteten Vorstellungen sowie eine Besprechung der kommenden Tage. Den Abend ließen wir bei einem gemeinsamen Grillen gemütlich ausklingen.
Abwechslungsreiches Programm neben dem Schachspiel
Am Dienstag besuchten wir gemeinsam den Angelplatz in Chlebowo. Dort gab es ein leckeres Mittagessen und wir konnten uns gemeinsam mit den polnischen Schülern im Angeln versuchen. Anschließend wurden die ersten beiden Schachrunden gespielt. Danach blieb noch genügend Zeit, um sich besser kennenzulernen. Am Abend fand der polnische Abend statt. Die polnischen Mädchen hatten Wraps vorbereitet, die jeder nach seinem Geschmack füllen konnte. Den Abschluss bildete eine Wanderung zur Oder. Der Weg war allerdings länger als gedacht, sodass wir am Ende ziemlich erschöpft waren.
Der Mittwoch begann mit drei weiteren Schachrunden. Anschließend bereiteten wir gemeinsam Pizza zu. Zunächst wurde der Teig ausgerollt und mit Tomatensoße bestrichen. Danach durfte jeder seine Pizza nach Belieben belegen. Schließlich wurden die Pizzen gebacken und gemeinsam gegessen. Sie schmeckten sowohl uns als auch den Lehrkräften ausgezeichnet.
Am Nachmittag stand eine gemeinsame Sportstunde mit dem polnischen Sportlehrer auf dem Programm, der viele abwechslungsreiche und lustige Spiele vorbereitet hatte. Am Abend fand der deutsche Abend statt. Unsere Mädchen bereiteten Kartoffelsalat zu, ein typisches sächsisches Gericht. Außerdem präsentierten wir Vorträge über Sachsen, Chemnitz und unsere Schule.
Am Donnerstag fuhren wir mit dem Bus nach Zielona Góra. Dort besuchten wir einen Trampolinpark, der allen großen Spaß machte. Leider gab es einen kurzen Schreckmoment, als sich eine Schülerin bei einem unglücklichen Sturz verletzte und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Zum Glück stellte sich später heraus, dass es sich nur um eine leichte Muskelzerrung handelte. Anschließend besuchten wir ein großes Einkaufszentrum, wo wir zu Mittag aßen und etwas shoppen konnten. Nach der Rückkehr zur Schule spielten wir zwei weitere Schachpartien und hatten anschließend Freizeit. Währenddessen bereiteten die polnischen Jungen das gemeinsame Abendessen vor. Es gab Pierogi (gefüllte Teigtaschen), die allen hervorragend schmeckten.
Ein letztes Highlight - und der Abschied von den Schachfreunden
Am Freitag begann der Tag wieder sehr früh. Nach dem Frühstück fuhren wir zur Kanutour. Die Anreise dauerte etwas länger, da wir unterwegs noch Schüler einer anderen Schule abholen mussten. Nach einer kurzen Einweisung teilten wir uns in Zweiergruppen auf und starteten. Das Paddeln war anstrengend, weil es für viele ungewohnt war und unterwegs einige Herausforderungen auf uns warteten. Trotzdem erreichten alle trocken das Ziel. Besonders beeindruckend war die rund sechs Kilometer lange Strecke durch eine nahezu unberührte Naturlandschaft. Zunächst führte sie durch einen dunklen, wilden Waldabschnitt, später öffnete sich der Fluss zu einer hellen, fast seeartigen Landschaft. Nach einer leckeren Stärkung mit Kesselgulasch und polnischen Schokoriegeln ging es zurück zur Schule.
Am letzten Abend bereiteten diesmal die deutschen Jungen das Abendessen vor. Es gab Brot mit verschiedenen Wurst- und Käsesorten – ganz typisch für ein deutsches Abendbrot.
Am Samstag stand bereits der letzte Tag unseres deutsch-polnischen Austauschs bevor. Zunächst wurden die letzten beiden Schachrunden gespielt. Anschließend folgten eine gemeinsame Auswertung der Woche sowie eine kleine Siegerehrung. Alle waren traurig, dass die Woche so schnell vergangen war. Nach dem Mittagessen wurden wir von den Eltern der polnischen Schüler sowie den Lehrkräften zum Bahnhof gebracht. Dort verabschiedeten wir uns voneinander und traten um 13:15 Uhr die Heimreise an. Nach einigen Runden Kartenspielen kamen wir gegen 17:30 Uhr erfreulich pünktlich wieder in Chemnitz an.
Für uns alle war es eine interessante, abwechslungsreiche und unvergessliche Woche. Wir haben viele neue Erfahrungen gesammelt, neue Freundschaften geschlossen und konnten unsere Nachbarn in Polen noch besser kennenlernen. Schon jetzt freuen wir uns auf das nächste Wiedersehen.
A. Brückom, J. P. Thrö, N. Höfer / Kl. 8/4 (überarbeitet von Alexander Bohne)



































